Markus Brunnermeier über steigende Realzinsen, drei Szenarien für die US-Schulden und Deutschlands Rolle.
In einem neuen YouTube-Video sprechen Dr. Andreas Beck und der Princeton-Ökonom Prof. Markus Brunnermeier über Zinsen, Staatsschulden und die Frage, was künftig als sicherer Hafen taugt – aufgezeichnet kurz vor dem Notenbanktreffen in Jackson Hole.
Drei Entwicklungen
Im Laufe des Gesprächs diskutieren die beiden drei Gründe für den Zinsanstieg: Die großen Technologiekonzerne kaufen keine Staatsanleihen mehr, sondern begeben selbst welche. Der Staat kommt mit immer mehr Papieren an den Markt. Und die Käufer sind unbeständiger geworden – asiatische Zentralbanken halten sich zurück, Hedgefonds treten an ihre Stelle. Bemerkenswert findet Prof. Brunnermeier dabei, dass nicht die Inflationserwartungen gestiegen sind, sondern die Risikoprämien.
Was die Diskutanten eint
Deutschland braucht eine langfristige, klar kommunizierte Schuldenstrategie. Denn während die USA ihre Rolle als sicherer Hafen einbüßen, rückt der Bund in den Vordergrund – und sein Zins ist der Referenzwert für ganz Europa.
Drei Szenarien
Prof. Brunnermeier skizziert sie der Reihe nach: Im besten Fall hebt Künstliche Intelligenz die Produktivität so weit, dass die Schuldenlast tragfähig bleibt. Wahrscheinlicher kommen die Gewinne später und kleiner – dann führt an der Konsolidierung kein Weg vorbei. Im unangenehmsten Fall kommt ein zweiter China-Schock hinzu.
Einig sind sich die beiden auch zum Schluss: Treasuries haben ihre Eigenschaft verloren, in der Krise besonders wertvoll zu werden. Wer sein Portfolio darauf gebaut hat, sollte das überdenken.
Das vollständige Gespräch ansehen (32 Minuten)
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